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Petrohué und Cochamó (02.01. bis 04.01.)

Wir ham erlebt, was andre nicht mal ahnen.....


Zuerst: Wir leben noch! *lach*
Was wir fuer "Strapazen" erlebt haben, es ist so viel.... *kicher* Und das als Stadtkind, unglaublich aber wahr.

Doch erst muss ich mal ein paar Eindruecke schreiben:
Krass ist es immer noch mit dem ganzen Muell hier. Es gibt keine Trennung und kein Pfand, zumindest nicht auf die 1,6 l (ja, tatsaechlich) (Wasser-) Flaschen. Auch Muelleimer sind rar. Doch nun hier auf Chiloe ist es besser bzw. sauberer.
Die Natur hat mich auf den Wanderungen, die wir bisher gemacht haben, schwer beeindruckt - viel Wald, saftig gruene Wiesen.... unglaublich.
Die Menschen hier sind wirklich ALLE bisher freundlich und zuvorkommend, und wir hatten auch bisher immer Glueck mit unseren Unterkuenften. In Puerto Varas hatten wir ein Zimmer (Ja, Kleine, Reisefuehrer aufgeschlagen, nachgeschaut, ausprobiert, ob OK), fuer 7000 CHP pro Nase. Das sind nach heutigen Kurs knapp 10 €. In Puerto Varas war das zwar ohne Fruehstueck, aber z.B. hier in Ancud kostet das Zimmer gleich viel mit Fruehstueck. Also alles in allem ist der Euro doch ganz gut )

So. Nun zu dem, was wir so gemacht haben.
Also am 02.01. sind wir ja zu den Wasserfaellen von Petrohué gefahren. Lt. Reisefuehrer kann man da 6 km von dem "Oertchen" Petrohué hinwandern. Der Bus (umgerechnet etwa 3 €) fuhr aber direkt zu den Wasserfaellen. Die waren wirklich imposant!!!! Der Fluss Petrohué fliesst da durch das vom Lava geformte Gestein und man kann ueber Holzbruecken darueber gehen. Jetzt weiss ich, was es heisst, wenn man sagt: Das Wasser rauschte tosend....
Danach entschieden wir uns noch nach Petrohué weiterzuwandern und fragten nach dem Wanderweg. Es gibt keinen, hiess es, nur die Strasse. Na, gut, dann eben die. Lustig, dass diese nach ein paar hundert Metern nicht mehr asphaltiert war und wir somit auf der Schotterstrasse den Fluss aufwaerts liefen. Auch das war schon allein ein Naturereignis, der Fluss war so laut, dass man herankommende Autos erst sehr spaet gehoert hat...
Der Fluss beginnt in dem riesigen See Lagos des todos Saltos und Petrohué besteht nur aus einem Hotel, einem Campingplatz und ein paar Huetten und einem "Hafen", wo man kleine Bootstouren ueber den See buchen kann. Das war uns das Geld aber nicht wert. Man hat aber von dort einen wunderschoenen Ausblick auf den Vulkan Osorno, der immer Schnee hat und meistens mit Wolken umgeben ist. Aktiv ist der nicht mehr.
Nach einer Weile sind wir vor zum "Ortseingang" und haben auf den Bus gewartet, der schon bis hier faehrt, jedoch nur jede Stunde oder so. Der kam dann aber recht bald und so konnten wir gemuetlich zurueckfahren.
Abends hatte ich ja denn den ersten Eintrag gemacht und wir waren noch lecker Fisch essen. Dazu ein kuehles Beck's :-)
(also ich, Katrin natuerlich eine Fanta *g*)
Nach dem Essen zurueck in die Bleibe, umpacken. Denn am naechsten Tag wollten wir ja nach Cochamó und eine 12 km Wanderung hinauf machen, dort am Ende des Wanderweges in dem sog. Refugio (www.cochamo.com) uebernachten.
Das Restgepaeck konnten wir in der Hospedaje fuer umsonst eine Nacht lassen. Denn wer will schon 17 kg 12 km lang schleppen? Also ICH nicht
Ich bin, wie immer, zuegig eingeschlafen und gegen 7 Uhr sind wir aufgestanden. Fruehstuecken, frischmachen und los.
Somit ist es jetzt also der 03.01., sozusagen. (Meine Guete, schwierig, diese Zeiten etc... *lach*)
Der "Trailhead" beginnt nicht direkt in Cochamó, sondern 8 km von der Hauptstrasse entfernt, so dass man das entweder zu Fuss laeuft (und somit dann ingesamt ca. 20 km Wanderung hat), oder sich eine Transportmoeglichkeit sucht. Ich hatte irgend eine Beschreibung der Betreiber des oben genannten Refugio per E-Mail erhalten, die aber leider null zu traf. So beschlossen wir also loszumarschieren.
(So, Mama, nicht weiterlesen... *lach*). Kurz darauf kam ein Pick-Up mit 3 Maennern darin. Die hielten selbststaendig an und fragten, wo wir hinwollten. Mit meinem Speisekartenspanisch gab ich ihnen zu verstehen, dass wir zu dem Wanderweg wollten. Da durften wir hinten aufspringen und fuhren die 8 km for free mit. Ha! Und wie schoen das war! Die Sonne schien, neben Parzellen und kleineren Huetten zwischendurch, nichts als bewaldete Haenge mit kleinen Wasserfaellen, denn neben dieser absoluten Schotterpiste fliesst ebenfalls ein Fluss, soweit ich noch weiss der Cochamó.
Am Ende der Strasse: Ein einsamer Campingplatz, und diese Schotterpiste geht noch ein Stueckchen weiter, bis eben der Wanderweg beginnt.
Dieser beginnt mit einer kleinen Holzbruecke und mit einem Tor, wo "El Morro" darueber steht. Dock kurz davor rutsche ich maechtig mit einem Fuss in morastigen Schlamm. Na, toll, dachte ich, der ganze Schuh ist jetzt super dreckig und das gleich zu Anfang - doch was soll ich sagen.... DAS war noch gar nichts... *lach*
So, noch kurz angemerkt: ICH bin ein Schisshase und ein absolutes Stadtkind..... DAS sollte man sich von nun an merken, wenn ich die Highlights dieses angeblichen "Wanderweges" erzaehle (und Mama, keine Panik, es ist nichts passiert....*lach*).
Es begann auch gleich mit einem grob steinigen Pfad, nicht breiter als ca. 1,5 Meter. Kurz darauf kam ein ca. 3 Meter breiter Fluss/Bach, der schon ne Stroemung aufwies. Man sah leider auch keine andere Moeglichkeit, als ueber 1, 2 Steine zu springen: NO WAY, sagte ich und wir krakselten dann durch das Gestruepp, um eine bessere Stelle zur "Flussueberquerung" zu finden. Die hatten wir auch gefunden. Dann ging es weiter, alles ziemlich matschig und wir gaben uns Muehe, die uebelsten Stellen zu vermeiden. Ziemlich schnell hatte Katrin sich einen Wanderstab/Wanderstock ausgesucht und dann auch noch mir einen gesucht. So konnte man sich abstuetzen, wenn man auf den "Haengen" der Schlammschluchten herum"kletterte". Der Weg/Pfad war grobsteining, und fuehrte anfangs durch Wald und Wiesen. Nach ueber einer Stunde kamen wir dann an einen wirklichen Fluss. Also, kein Bach oder so. Aber anhand unserer schriftlichen Wegbeschreibung wussten wir von der Bruecke, die darueber fuehrt, wenn der Fluss zu hoch und zu schnell sein sollte. Dort in der Sonne, umgeben von Waldhaengen machten wir am Wasser auf riesigen Steinen erst Mal Pause und assen unsere Broetchen etc. Herrlich war das. Ganz allein, nur wir beide in der Natur. *lach*
Die Bruecke sah man auch, sie war nur ca .50 Meter entfernt. Ein dicker Baumstamm mit einem Gelaender aus Holz auf der linken Seite. Nach unserer Pause wollten wir weiter.
Also die paar Meter hoch zur Bruecke. Sie war recht hoch und darunter recht tiefes, halbwegs ruhiges Wasser. Ich ging vor, betrat den etwa halben Meter breiten Baumstamm und ruettelte, um das Gelaender zu testen, an eben jenem. Und DAS war alles andere als vertrauenserweckend!! Panik machte sich in mir breit, aber ich dachte: "Zora, stell Dich nicht so an, da sind schon hunderte vor Dir rueber und denen ist bestimmt nichts passiert!" und ich wagte mich darauf. Ehrlich, Ihr koennt Euch das nicht vorstellen, Fuss vor Fuss, halbwegs noch rechts abgestuetzt durch den Wanderstock, und nur halb sich an dem wackeligen Gelaender festhaltend, bin ich da rueber. Ich hab die ganze Zeit nur gedacht, "ich darf nicht runter schauen" und "andere haben das auch geschafft"..... Ich hab mir, sorry, aber wahr, FAST in die Hose gemacht!!!!! Drueben angekommen, hab ich mich erst Mal nur geschuettelt und geschrien. Tja, Ueberdosis Adrenalin. Doch Katrin, die mich ja beobachtet hatte, der ging es nicht besser. Sie hatte ja gesehen, wie "stabil" das Gelaender war....Und sie hatte ja auch mehr Gepaeck, bzw. ihren grossen Rucksack mit... genauso langsam und aengstlich wie ich balancierte sie da drueber.... Als sie nach "Ewigkeit" da war fielen wir uns erst mal in die Arme: Geschafft! Jetzt kann uns nichts mehr schocken, jetzt schaffen wir alles, haha!
Und mit noch etwas zittrigen Knien gingen wir weiter.
Nun ging es erst mal nur noch bergauf. Aber nicht nur das, sondern durch morastigartige Schlammschluchten, mit Geroell und ueberall sah man die Pferde- und anderen Spuren unserer (Ur-, Ur-) Vorgaenger (man kann auch per Pferd da hoch.... das tut man aber den Viechern nicht an, wenn man DAS gesehen hat!).
Die meiste Zeit ging es durch Wald, so dass uns die Sonne nicht verbrannte, wie sie es auf dem Weg nach Petrohué gemacht hatte. Noch immer gaben wir uns Muehe, so wenig wie moeglich durch den Schlamm zu waten.
Es kamen dann etwa 3 oder 4 kleine Fluesse. Den ersten meisterten wir komplett ohne nasse Fuesse (nach der Brueckenaktion meistern wir ALLES, *tata*), doch an dem zweiten gab es keine Chance. Uns ueberholten auch genau an diesem Fluss 2 Jungs, die sich auch nasse Fuesse holten. Der Fluss war zu hoch, denn es gab schon Steine zum darueber"springen", doch das Wasser darueber war schon recht hoch. Auch die Stroemung war nicht zu verachten.... Letzendlich wurde bei dieser Ueberquerung mein rechter Fuss KOMPLETT bis zum Knie nass. Ganz toll, dachte ich mir, nasse Socke etc. Also ich schwamm dann in dem Schuh weiter.....
Doch die Ausblicke, die sich zwischenzeitlich boten, waren das alle mal wert. Hohe bewaldete Abhaenge zum tosenden Cochamó hinab, manchmal unterbrochen von glattem Felsgestein oder kleineren Wasserfaellen. Der Petrohué war ein Witz gegen den Cochamó und dessen Stromschnellen und Lautstaerke....
Dann irgendwann wanderten wir tatsaechlich durch ein Flussbett weiter, dann wieder nur durch ein Rinnsal, aber es floss staendig Wasser. Um uns herum nur dichter Wald und man konnte den Pfad mehr erraten, denn erkennen. Ich hatte nur im Kopf: Nicht verlaufen, bitte! Der Wald sah nun mal ueberall gleich aus (wie gesagt, Stadtkind, ne? *g*)!!!
Aber auch diese Stelle meisterten wir und so kamen wir bald zur 3. "Etappe" (lt. unserer Wegbeschreibung).
Kleine Teiche, Schlamm, Morast, teilweise mit Holzplatten, teilweise mit Baeumen etc bedeckt, so dass man ueberhaupt weiter kam. Unsere Schuhe, schon laengst komplett eingesaut.... Manchmal blieb man bis zum Knie im Schlamm stecken, oder watete knoecheltief durch jenen. Ich muss wohl kaum sagen, dass wir so langsam beide k.o. waren und wir nur noch den Wunsch hatten endlich anzukommen.
Zwischenzeitlich wunderschoene Ausblicke auf den Fluss, doch bald schon hatte ich dafuer kein Auge mehr....
Es ging dann bergauf und bergab, ich konnte den Schlamm schon nicht mehr sehen. Dann kam nochmals ein Fluss. Keine Ueberquerungsmoeglichkeit in Sicht. Und da holten wir uns beide komplett nasse Fuesse bis hoch zum Knie. Mit schwimmenden Schritten haben wir uns weiter und weiter geschleppt. Und nach etwa knapp 6,75 Stunden kamen wir endlich "oben" in "La Junta" an. Dort gibt es einen Campingplatz for free, doch das eigentliche Refugio, in dem wir auch ein Zimmer reserviert hatten, das liegt auf der anderen Seite des Flusses. Und klar, es waere ja zuuuuuuu einfach: Mit einem Flaschenzugprinzip kommt man da nur hinueber. Und dieses Mal wieder: NO WAY!!! "Neee, Katrin, damit "fahr" ich nicht rueber, das kannste vergessen!" Zumal wir erst Mal gar nicht richtig wussten, wie das funktiniert. Aber hey: Ueber den Fluess mit nur so nem Holzding, an einem Seil, sonst nichts??? Allein? NEEEEEE!!! Ich war tatsaechlich am Heulen, weil ich da echt Panik hatte und wir jetzt da nicht rueber kamen. Nach einer Weile kam ein Typ, der mir nichts, Dir nichts mit dem Ding rueber"fuhr". Kurz darauf kam einer, der uns auf dem Weg bereits ueberholt hatte. Der wollte eigentlich drueben in dem Refugio nur nach dem Preis etc fragen. Der "fuhr" auch da rueber. Das Schlimme war ja, dass uns auf der anderen Seite ein warmes Bett, eine warme Dusche und leckere Pizza erwarten wuerde. Es war wirklich schwierig fuer mich. Nach einer Weile hatte mich dann Katrin so weit. Ich setzte mich also in das Holzgestell und "fuhr" tatsaechlich hinueber. Und wieder: FAST Pippi in der Hose, ehrlich wahr! ;-)
Dann zogen wir das Teil fuer Katrin hinueber, aber da kamen die beiden von vorher zurueck und halfen uns!!! Puh.
Dann noch ein paar Meter - und wir hatten es geschafft. Eine tolle, sehr suesse Holzhuette mit netten (aber spinnigen, ich meine, wer lebt da schon, hm??? Oder geht diesen Weg mehr als 2x, hm???) Leuten da oben.
Nur noch Schuhe aus, wir bekamen unser Zimmer gezeigt und fielen beide hysterisch lachend auf eben jenes.
Leute ich kann Euch sagen: Jede Panik, jede Anspannung, all das fiel auf ein mal ab.
Wir spuerten nur die Schmerzen in unseren Fuessen und wie k.o. wir nach 7 Stunden waren.

Aber an diesem Abend habe ich noch nie so toll warm geduscht, hab ich noch nie so lecker (1,5 l) Bier getrunken, hab ich noch nie so lecker Pizza gegessen und noch nie so gar nicht an morgen denken wollen.....



......
So. genug jetzt. Ich mag nicht mehr tippen.
Und Bilder gehen dieses Mal nicht, weil das n doofes I-net-Cafe ist. Da geht das USB nicht und so.

Wenn wir in ca. 4 Tagen in Punta Arenas sind, dann.....
Ich kanns ja nicht versprechen, aber ich geb mein Bestes.


Bis dahin, liebe Gruesse und Kuesse!!!!!
6.1.10 00:32
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mama & Papa (6.1.10 12:21)
Freuen uns, dass die eine Hose letztlich trocken geblieben ist - trotz Panik und Strapazen.

Wünschen Euch weiter gute Reise und tolle Eindrücke.


Alexandra (8.1.10 11:55)
Ich beneide Euch um die vielen Erlebnisse und Ausblicke-genießt es in vollen Zügen und WEITHERHIN tapfer sein *lach*.
LG aus dem verschneiten Hamburg und es hört nicht auf.....Alexandra


Petra (17.1.10 20:21)
Spannend, aber auch amüsant zu lesen, was Ihr beiden so erlebt. Man kann annähernd nachempfinden, was in Euch vorgeht. Und ehrlich: ich hätte mir auf der Brücke vermutlich eingepinkelt - bei meiner Höhenangst!! ;-}

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